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Cluster Verkehr, Mobilität und Logistik

Mobilität von Personen und Gütern ist eine wichtige Voraussetzung für das soziale Zusammenleben und die wirtschaftliche Entwicklung auf allen räumlichen Ebenen von lokal bis global. Die Herausforderung heißt „Schaffung Nachhaltiger Mobilität“ – die Gestaltung zukünftiger Verkehrssysteme in einer Form, dass den Mobilitätserfordernissen Rechnung getragen wird bei gleichzeitiger Beachtung der Umweltverträglichkeit.

Die Region Berlin-Brandenburg ist mit ihrem Kompetenzprofil sehr gut aufgestellt, wichtige Beiträge für Verkehrssysteme der Zukunft zu leisten. In der Handlungsfeldstruktur des Clusters Verkehr, Mobilität und Logistik (VML) spiegelt sich die thematische Breite als Stärke der Region wider. Andernorts zu beobachtende Fixierung auf einen dominanten Verkehrsträger fehlt hier, stattdessen sind die Potenziale des Zusammenwirkens an den Schnittstellen besonders ausgeprägt. Diese Potenziale werden schrittweise intensiver genutzt. Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch die multidisziplinäre Wissenschaftslandschaft im Verkehrsbereich.

Mit der im Mai 2011 vollzogenen Weiterentwicklung des Zukunftsfeldes Verkehrssystemtechnik zum Cluster VML ist die verstärkte Nutzung der Möglichkeiten übergreifender Kooperationen verbunden. Die Struktur der Handlungsfelder des Clusters VML umfasst sowohl verkehrsträgerspezifische als auch querschnittlich angelegte Bereiche:

  • Automotive,
  • Schienenverkehrstechnik,
  • Luft- und Raumfahrt
  • Logistik,
  • Verkehrstelematik.

Mit dem Cluster Verkehr, Mobilität und Logistik stärkt die deutsche Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg ihre Vorreiterrolle auf diesem Gebiet:

Berlin-Brandenburg ist

  • an der Spitze der Bahntechnikregionen in Europa,
  • Standort für Europas modernstes Verkehrsmanagement,
  • Deutschlands führende Modellregion für intermodale Mobilität im Personen- und Güterverkehr,
  • etabliert als Leitmarkt und Leitanbieter in der Elektromobilität, gebündelt durch die eMO – Berliner Agentur für Elektromobilität,
  • Testfeld für zukünftige Antriebstechnik und stärkt damit die Entwicklungskompetenz,
  • etabliert auf Platz drei der deutschen Luftfahrtregionen.

Automotive

In Brandenburg ist die Automobilbranche mit rund 200 Zulieferunternehmen und ca. 21.100 Beschäftigten vor allem mittelständisch strukturiert. Diese Firmen gruppieren sich um Großunternehmen wie Mercedes-Benz, VW und Thyssen Krupp in Ludwigsfelde, ZF Friedrichshafen in Brandenburg a. d. Havel, Intier Automotive Interiors in Finsterwalde, MAHLE in Wustermark, MAGNA in Potsdam oder Goodyear in Fürstenwalde. Fast alle kleineren und mittleren Unternehmen sind als Komponenten- und Bauteilzulieferer aktiv, einige liefern just-in-sequence direkt ans Band der großen OEMs. In Brandenburg und Berlin hat die Automobilbranche sehr frühzeitig auf den Technologiewandel gesetzt und gemeinsam mit der Wissenschaft und Forschung die Entwicklung der Elektromobilität offensiv vorangetrieben.

Logistik

Die Logistik ist ein wesentlicher Bestandteil einer wachstumsorientierten Wirtschaft und befindet sich in Brandenburg und Berlin auf Rekordkurs. Mit einem Flächenumsatz von 434.000 m² hat sich die Region 2011 in den TOP 3 Logistikstandorten Deutschlands fest etabliert.

Exzellente Voraussetzungen
Die zentrale Lage an den europäischen Verkehrsachsen, die dichte, hervorragend ausgebaute Infrastruktur für alle vier Verkehrsträger (Straße, Schiene, Wasserstraße, Flughafen), die Mischung aus hochverdichteter Metropole und Flächenland sind ein optimales Umfeld für die „Gobal Player“ der Logistik sowie die mittleren und kleinen Logistikdienstleister in der Region.

Die 3.800 Unternehmen der Branche beschäftigen in Berlin-Brandenburg rund 180.000 Menschen, damit zählt sie zu den größten und ökonomisch bedeutsamsten in unserer Volkswirtschaft. Die Signale stehen weiter auf Wachstum.

Unternehmen wie Siemens, Nagel Group, Momox, REWE, Lidl, Zalando entschieden sich wieder für den Logistikstandort und investieren weiter wie in den Jahren zuvor.

Luftfahrtregion im Aufwind

Berlin-Brandenburg ist mittlerweile auch in der Luftfahrtindustrie in die TOP 3 aufgestiegen. Nirgendwo in Deutschland wird so viel neu erfunden, entwickelt und in marktfähige Produkte umgesetzt wie in der Hauptstadtregion. Dies liegt an der Struktur, die sich sowohl aus innovativen kleinen und mittleren Unternehmen als auch Global Playern wie Rolls Royce in Dahlewitz, MTU in Ludwigsfelde und Lufthansa Technik in Schönefeld zusammen setzt. Dabei liegt ein Schwerpunkt der Aktivitäten auf der Triebwerkstechnik. Hierzu hat sich eine besondere Kompetenz bei der Entwicklung und der Wartung von Turbinen aufgebaut. In Brandenburg hat Rolls Royce sein Mechanical Test Operations Centre (MTOC) aufgebaut, in dem der global aufgestellte Konzern sämtliche Turbinen testet. Dazu hat sich ein dichtes Netz an Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen gebildet, das in Zusammenarbeit mit den Unternehmen das Knowhow ständig fortentwickelt.

In Berlin-Brandenburg sind derzeit rund 100 Unternehmen der Luftfahrtindustrie mit rund 7.100 Mitarbeitern tätig. Hinzu kommen die Beschäftigten der allgemeinen Luftfahrt an den Flughäfen. Insgesamt bietet dieses Handlungsfeld rund 17.000 Jobs für die Menschen in der Region.

Weitere Kernkompetenzen bestehen im Bereich Maintenance, Repair and Overhaul, im Bereich Testing sowie der Entwicklung und Produktion von Kleinflugzeugen.

Abgerundet wird die Branchenkompetenz in der Region durch anerkannte Forschungseinrichtungen und Ausbildungskapazitäten.

An drei der derzeit vier europäischen Großprojekten sind ansässige Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligt (Galileo, A 380, A 400 M).

Die Zahl der Passagiere an den Flughäfen Tegel und Schönefeld stieg im Jahr 2013 erstmals über die 26 Millionen-Marke. Mit diesem Ergebnis wurde der dritte Platz unter den deutschen Verkehrsflughäfen behauptet. Im Europavergleich ist Berlin an 13. Position.

Schienenverkehrstechnik

Die Bahnindustrie stellt einen wesentlichen Eckpfeiler der industriellen Landschaft in der Hauptstadtregion dar. Berlin-Brandenburg ist als traditioneller Standort der Schienenverkehrstechniktechnik weltbekannt und gehört mit über 100 Unternehmen zu den bedeutenden Branchenzentren Europas. Der Wirtschaftszweig zählt in Berlin-Brandenburg über 20.400 Beschäftigte und ist stark exportorientiert. Dabei sind alle Bereiche der Wertschöpfungskette vertreten. Schließlich haben auch wichtige Verkehrsbetreiber wie die Deutsche Bahn AG, die S-Bahn Berlin und die BVG hier Ihren Sitz.

In der Region sind führende Systemhersteller wie Bombardier in Berlin und Hennigsdorf, Siemens in Berlin sowie Stadler in Berlin und Velten angesiedelt. Daneben verfügt Brandenburg über eine umfangreiche Zuliefererstruktur, die von z.T. spezialisierten KMU geprägt ist. Eine besondere Konzentration solcher Firmen befindet sich in Brandenburg-Kirchmöser, wo mit Firmen wie voestalpine/BWG und Gleisbaumechanik die Kompetenz im Bereich Fahrweg und Instandsetzung ausgebaut wird. Zudem sind die DB-Instandsetzungswerke in Eberswalde, Cottbus und Wittenberge von erheblicher beschäftigungspolitischer Bedeutung.

Immer stärker etabliert sich die Region als Wissenschaftsstandort. Hochschuleinrichtungen wie die TU Berlin, die BTU Cottbus und die FH Brandenburg bieten bedeutende Innovationspotentiale und können die Engineering-Kompetenz strategisch absichern. Mit zahlreichen Forschungsprojekten und Kooperationen stellt sich die Bahnindustrie der Nachfrage nach neuen Systemlösungen dieser Entwicklung und realisiert einen umfassenden Technologietransfer.

Verkehrstelematik

Mit mehr als 20 Millionen Verkehrsbewegungen pro Tag auf Straße, Schiene, zu Wasser und in der Luft besitzt die deutsche Hauptstadtregion ein herausforderndes Umfeld für innovative inter- und intramodale Lösungen. Seit dem Jahr 1990 hat sie sich zu einem der größten europäischen Gebiete für Anwendungen der Verkehrstelematik entwickelt.

Dabei stellen die großen Unterschiede zwischen städtischen Ballungsraum und ländlichen Gebieten eine besondere Möglichkeit dar, innovative Verkehrstelematikkonzepte integriert zu entwickeln.

Was die Region einzigartig macht, ist die gebündelte Kompetenz, welche die Bedürfnisse eines dynamisch wachsenden Marktes in ihrer gesamten Vielfalt abdeckt. Hochqualitative und innovative Telematikprodukte und Dienstleistungen werden hier konzipiert, entwickelt und getestet. Besondere Stärken liegen vor allem in der Verknüpfung von Verkehrstelematik und -logistik mit Technologien der Satellitennavigation, der Erdbeobachtung sowie der optischen und funkbasierten Kommunikation.

Wissenschaft und innovative mittelständische Unternehmen haben sich zu systemfähigen Netzwerken zusammengeschlossen und gemeinsam mit Serviceprovidern und Verkehrsbetreibern spezifische Anwendungen und Dienstleistungen der Verkehrstelematik entwickelt. Berlin und Brandenburg bilden somit ein Innovationszentrum, in dem Forschungs- und Entwicklungskompetenz schnell in neue und marktfähige Lösungen und Produkte transferiert werden können.

Eine besondere Herangehensweise stellt „Berlin-Brandenburg Intermodal“ dar, mit dem durch Kooperation von Straßenbetreibern der Länder mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft in einem übergreifenden Ansatz Einzelprojekte entwickelt werden. Ziel ist - basierend auf dem hohen technologischen Stand der Teilsysteme - lokale Management und Steuerungszentralen zu einer regionalen Lösung zu vernetzen.

Bei dem ebenfalls herausgehobenen Projekt AIRVIS (Airport-bezogenes-Verkehrs-Informations-System) spielt die Anbindung des neuen Großflughafens Berlin-Brandenburg International (BER) eine besondere Rolle.

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