Reagenzglas

Cluster Gesundheitswirtschaft

Über das Cluster Gesundheitswirtschaft

Die Region Berlin-Brandenburg ist international einer der führenden Standorte in den Life Sciences und der Gesundheitswirtschaft. Die Stärke der Region liegt vor allem in der einzigartigen Konzentration und Vernetzung von Wissenschaft, Klinik und Wirtschaft. Die zahlreichen Technologieparks und die Netzwerke aus verschiedenen Bereichen, insbesondere der Biotechnologie und Medizintechnik, bilden eine hervorragende Infrastruktur für die Überführung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse in innovative Produkte der Gesundheitswirtschaft. Mit einer gezielten Innovationspolitik im Rahmen der Gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB) sollen die Entwicklung des Clusters weiter ausgebaut und Spitzenleistungen für den regionalen und globalen Gesundheitsmarkt vorangetrieben werden.

Starke wissenschaftliche und wirtschaftliche Basis
In Berlin und Brandenburg verdichten sich über 280 Unternehmen der Medizintechnik, 215 Biotech- und etwa 30 Pharma-Unternehmen zum innovativen Kern des Clusters Gesundheitswirtschaft. Hinzu kommen die Augenoptik, die Herstellung medizinisch-optischer Geräte sowie Kliniken und andere Unternehmen und Einrichtungen, die die erfolgreichen Produkte und Dienstleistungen anwenden. Die Leistungsfähigkeit des Clusters und die internationale Spitzenposition wird im Rahmen der Gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB) gezielt fortgeführt und weiterentwickelt. Ein besonderes Merkmal des Clusters ist die überdurchschnittliche Forschungs- und Entwicklungsaktivität. Sie zeichnet sich durch internationale Relevanz, überregionale Vernetzung und ein zukunftsweisendes Innovationspotenzial aus. Zahlreiche fachspezifische Netzwerke im Bereich der Medizintechnik und Biotechnologie forcieren Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Einzigartige Dichte an Forschungseinrichtungen
Die Dichte und Exzellenz an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist bundesweit einzigartig und macht die Region zur Hauptstadt der Lebenswissenschaften. Jährlich verlassen rund 3.000 Absolventen der Lebenswissenschaften und angrenzender Fachgebiete die Berliner und Brandenburger Universitäten. Deshalb gibt es hier einen exzellenten Pool an qualifiziertem Fachpersonal und Nachwuchswissenschaftlern. Gerade auf Wissenschaftler renommierter Universitäten aus dem Ausland wirkt die Region wie ein Magnet. Denn: Die Region bietet neben den hervorragenden Forschungsbedingungen und der einzigartigen technischen Infrastruktur im internationalen Vergleich auch günstige Wohn- und Gewerbemieten bei relativ niedrigen Lebenshaltungskosten.

Gesundheitswirtschaft für den Weltmarkt
Die Gesundheitswirtschaft ist nicht nur eine der stärksten Exportbranchen Deutschlands, sie zieht auch Innovationen und Wirtschaftskraft von außen in die Region. Gerade für amerikanische und asiatische Unternehmen bietet sich die Hauptstadtregion als bedeutender Absatzmarkt und zentraler europäischer Forschungsstandort an. Eigene Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in Berlin-Brandenburg, aber auch strategische Allianzen mit Unternehmen vor Ort, beschleunigen Innovationen und Zulassungen. Die Infrastrukturkosten für Forschung & Entwicklung liegen in der Region deutlich unter dem internationalen Niveau bei gleichzeitig einzigartiger Qualität. Und: In der Hauptstadtregion boomt der Gesundheitstourismus. Immer mehr Menschen kommen zur medizinischen Behandlung nach Deutschland – vor allem nach Berlin. Die deutsche Hauptstadt bietet mit gut 18.000 Fachärzten und Spezialisten, 121.500 Hotelbetten, sechs großen Kongresszentren und Hallen sowie modernste Wellness-Anwendungen eine hervorragende Infrastruktur für Medizin- und Gesundheitsreisen.

Masterplan Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg 2014
Der nun vorliegende Masterplan „Gemeinsam Innovationen gestalten – Masterplan Gesundheitsregion Berlin Brandenburg“ beschreibt die strategischen Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmenschwerpunkte im Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg – HealthCapital. Er ist ein weiterer Meilenstein in der InnoBB.

Biotechnologie und Pharma

Biotechnologie-Branche für die Zukunft hervorragend aufgestellt
Die regionalen Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte wie Genomik/Proteomik, Regenerative Medizin, molekulare Diagnostik und Bioanalytik bieten beste Voraussetzungen, innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen für die moderne und zunehmend personalisierte Medizin zu entwickeln und weltweit zu vermarkten.

Dank des wissenschaftlichen Umfeldes gibt es zahlreiche Firmengründungen, die die Region zum führenden deutschen Biotechnologie-Standort gemacht haben. Einmalig in Deutschland ist auch die räumliche Konzentration von sieben Biotechnologieparks.

Pharmastandort mit Tradition
Die lange medizinische und wissenschaftliche Tradition macht die Hauptstadtregion zu einem Zentrum für forschungsnahe Branchen wie die der Pharmaindustrie. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts produzieren Industrieunternehmen in Berlin Arzneimittel: 1930 entstand hier das erste injizierbare Nierenkontrastmittel der Welt und in den 1960erJahren wurde an der Spree die erste Antibabypille Europas entwickelt.

Heute sind zahlreiche global agierende Konzerne in der Hauptstadtregion angesiedelt: Bayer HealthCare, Berlin-Chemie, Pfizer, Sanofi-Aventis und Takeda Pharma. Hinzu kommen mehr als 20 mittelständische Pharmaunternehmen, darunter einige Weltmarktführer: zum Beispiel Bausch + Lomb - Dr. Mann, der führende Hersteller von Augenmedikamenten, den sogenannten Ophthalmika.

Von dem guten Ruf dieser Global Player bei Kunden weltweit profitiert die Hauptstadt. Denn die Pharmaunternehmen sorgen mit ihren innovativen Spitzenprodukten dafür, dass Berlin als moderner Industriestandort rund um den Globus immer bekannter wird.

Medizintechnik

Medizintechnik-Branche auf Wachstumskurs
Medizintechnik in Berlin-Brandenburg zeichnet sich aus durch erfolgreichen Technologietransfer und die schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen in wettbewerbsfähige Produkte. Das besonders gute Zusammenspiel von Klinik, Wissenschaft und Wirtschaft bringt Innovationen frühzeitig zum Patienten. Dank der Vernetzung aller Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist es gelungen, die stärksten Wachstumsraten in Deutschland zu erarbeiten.

Neben den wichtigen Indikationen Herz-Kreislauf und Onkologie entstehen insbesondere in den technologischen Bereichen Bildgebung, Telemedizin, Minimal Invasive Chirurgie und Orthopädietechnik/Implantate hoch innovative und weltweit wettbewerbsfähige Produkte. Nirgendwo sonst in Deutschland wächst die Branche Medizintechnik so dynamisch wie in Berlin und Brandenburg

Digital Health

Berlin-Brandenburg gilt nicht nur als einer der attraktivsten Life Science- und Gesundheitsstandorte in Europa, sondern auch als Hochburg der IT-Branche. Dies bietet beste Voraussetzungen für die Entwicklung innovativer eHealth-Lösungen für den regionalen und internationalen Markt.

Um die Entwicklung und Umsetzung innovativer Ansätze zu fördern, startete Anfang 2016 der Brandenburger Ideenwettbewerb für digitale Gesundheitslösungen „digital health for a better life“ unter der Schirmherrschaft vom Minister für Wirtschaft und Energie, Albrecht Gerber. Gesucht werden Ideen zu den drei Themen „Ambient Assisted Living“, „Digital Transformation and Big-Data-Management“ sowie „eHealth for Tourism“. Am 29. Februar endete die Einreichungsfrist. Die Ideenvielfalt und die hohe Anzahl der eingereichten Bewerbungen zeigen die Bedeutung und das Potenzial der digitalen Gesundheit in der Region Berlin-Brandenburg. In einem nächsten Schritt wird sich eine externe Fachjury unter Leitung von Prof. Dr. Arno Elmer mit der Sichtung der Unterlagen befassen. Die Gewinnerinnen / Gewinner werden am 11. Mai 2016 bekannt geben.

Potentialstudie eHealth
Die Hauptstadtregion eignet sich wie kein anderer Standort, um neue digitale Gesundheitslösungen auf den Weg zu bringen. Aufgrund ihrer geographischen und demographischen Voraussetzungen (z.B. Bevölkerungswachstum in der Metropolenregion versus Bevölkerungsrückgang in den ländlichen Räumen) entstehen hohe Herausforderungen aber auch ideale Bedingungen für die Entwicklung und den Einsatz von eHealth-Lösungen.

In einer "Potentialstudie eHealth" im Auftrag des Wirtschaftsministeriums des Landes Brandenburg wurden neben einer Bestandsaufnahme die Chancen des Themas für die Hauptstadtregion herausgearbeitet und Empfehlungen vorgelegt. Wesentliche Ergebnisse wurden im Rahmen der Clusterkonferenz Gesundheitswirtschaft in Potsdam präsentiert. Eine Zusammenfassung inkl. zweier Fallstudien der Studie stehen hier zum Download bereit.

Was bedeutet eHealth?
Der Begriff "eHealth" umfasst ein breites Spektrum von Anwendungen und umschreibt den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien bzw. elektronischer Medien im Gesundheitssystem. Hierzu gehören u.a. Telemedizin, Health-IT und Verfahren zur Prozessoptimierung im Gesundheitswesen. Aus technologischer Sicht reicht die Themenvielfalt im Bereich eHealth u.a. von der körpernahen Sensorik, über Schnittstellen für Vital- und Bilddaten, elektronische Patientenakten, über Biomarker und Biologisierung der Medizintechnik bis hin zu flächendeckenden Telematik-Infrastrukturen sowie Technologien für das Handling großer Datenmengen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Forschung bis hin zum Patienten. eHealth umfasst auch das Zusammenwirken zwischen Patienten und Gesundheitsdienstleistern, die Datenübertragung zwischen verschiedenen Einrichtungen oder die direkte Kommunikation zwischen Patienten und/oder Angehörigen der Gesundheitsberufe.

Neue Versorgungsformen und Rehabilitation

Die gesundheitlichen Versorgungsangebote in der Region Berlin-Brandenburg reichen von der medizinischen Grundversorgung bis zur High-End-Medizin, von Vorsorgemaßnahmen bis zur Rehabilitation nach einer überstandenen Krankheit. In über 130 Kliniken, 71 Rehabilitationszentren und 770 stationären Pflegeinrichtungen werden die Menschen in der Region gesundheitlich versorgt. Dazu punktet die Region mit der höchsten Forschungsdichte in Deutschland und attraktiven Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten. Eine enge Verflechtung der Versorgung zwischen den beiden Bundesländern kennzeichnet die Region: Klinken und Rehabilitationseinrichtungen übernehmen auch Gesundheitsversorgung der Bevölkerung des jeweilig anderen Landes.

In der Region Berlin-Brandenburg finden sich durch ihre Heterogenität alle Themen der deutschen Versorgungslandschaft wieder: Dazu gehören die nachhaltige Sicherstellung der Versorgung in metropolfernen Flächenregionen und unter Berücksichtigung eines zunehmenden Fachkräftemangels ebenso wie die Bereitstellung adäquater Versorgungsangebote für die wachsende Zahl älterer und hochaltriger Menschen und die bedarfsgerechte Verteilung der Versorgungsangebote innerhalb der Metropolen.

Vor diesem Hintergrund gewinnen neue Konzepte der Gesundheitsversorgung bspw. sektorenübergreifende und integrierte Versorgungsmodelle zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es um eine Bündelung von Kräften, zum Beispiel in Medizinischen Versorgungszentren oder in hausärztlichen Modellprojekten. Eine intensivere Zusammenarbeit ambulanter und stationärer Einrichtungen sowie neue Technologien wie etwa die Telemedizin rücken immer stärker in den Vordergrund. Die Region Berlin-Brandenburg entwickelt sich in diesem Bereich zu einem Vorreiter.

Die Region Berlin-Brandenburg auf einen Blick:

  • über 130 Kliniken mit mehr als 35.000 Betten
  • 71 Reha-Zentren
  • 9.456 niedergelassene Ärzte
  • 770 Pflegeheime, 1.120 Pflegedienste

Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitstourismus

Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg setzen seit Jahren auf eine aktive Gesundheits-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik, bei der die Themen Gesundheitsförderung und Prävention hohe Priorität genießen. Unter der Federführung des Clustermanagements wurden im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention bereits eine Reihe von konkreten Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu zählen etwa der länderübergreifender Gesundheitsbericht sowie der Präventionsatlas (www.atlas-praevention.de) und eine Vielzahl an themenspezifischen Studien und Workshops – etwa im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Gemeinsam mit den Akteure aus Medizin, Wissenschaft und regionaler Gesundheitswirtschaft erarbeiten wir Themen zur Weiterentwicklung der Gesundheitsförderung, der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention sowie des Gesundheits- und Wellnesstourismus in Berlin-Brandenburg.

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